Qualifizierungsprogramm 02/2019

Vielen Dank für die rege Teilnahme an den Workshops im ersten Halbjahr. Wir hoffen, sie konnten euch weiterhelfen und freuen uns über Feedback. Für alle neuen interessierten Vereinen oder Vereine in Gründung steht nun das Programm für September bis Dezember 2019 fest.

Hier könnt ihr das Programm als jpg downloaden

Hier könnt ihr die Angebote direkt bei der vhs buchen oder per Mail an antwort@vhs-neukoelln.de

Vereinsportrait: VAFK berlin-Brandenburg e.V.

Den Verein Väteraufbruch für Kinder Berlin-Brandenburg e.V. habe ich über den engagierten Schatzmeister kennengelernt, der regelmäßig an Neukölln VEREINt Veranstaltungen teilnahm. Für das Vereinsportrait traf ich mich mit dem Vorstandsmitglied Alexander Hahn.

 

Wie ist euer Verein entstanden?

1988 hat sich der bundesweite Verein gegründet, nachdem immer mehr Väter unzufrieden waren, dass nach Scheidungen das Sorgerecht nur an die Mutter ging. Das wurde 1989 dann als verfassungswidrig erklärt, aber trotzdem hat sich nicht viel an der Zuweisung des Sorgerechts geändert – aus dieser Unzufriedenheit heraus ist der Verein entstanden. Unseren Landesverein gibt es seit 1991.

Was würdest du sagen, ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Fachlich: Wir haben jahrzehntelange Erfahrung und hohe fachliche Expertise mit strittigen Eltern in Trennung und Scheidung und verstehen, wie es den Menschen dabei geht. Darum können wir zielgerichtet helfen – Vätern, Müttern und auch weiteren Familienangehörigen, die sich für die Kinder einsetzen wollen.

Im Bezug auf den Verein: Wir haben eine bunt gemischte Mitgliederstruktur: Väter, Mütter und Menschen unterschiedlicher sexueller Identitäten und Orientierungen und unterschiedlicher Altersgruppen mit unterschiedlichen Bildungs- und Einkommensniveaus – vom Hartz 4 Empfänger bis zum Millionär ist alles dabei.

Wieviele Mitglieder habt ihr?

Bundesweit rund 4.000, davon sind ca. 10% Frauen
In unserem Landesverband haben wir rund 300 Mitglieder.

Unter den Mitgliedern sind nicht nur Väter oder Mütter, sondern auch Freunde von Betroffenen oder Jugendamtsmitarbeiter*innen, die das Thema zwar nicht beruflich, aber eben im Rahmen einer Vereinsmitgliedschaft auch fachlich unterstützen können.

Wieviel Hauptamtliche arbeiten bei euch?

In unserem Landesverband sind alle ehrenamtlich. Teilweise haben wir aber Rentner, die das Ehrenamt quasi in Vollzeit ausüben. Unser Verein lebt vom gemeinsamen Engagement.

Vor welchen Herausforderungen habt ihr in der Vergangenheit als Verein gestanden? An welchen Ereignissen ist euer Verein gewachsen?

Während die Gleichberechtigung der Frau vorangetrieben wurde, wurde im gleichen Zuge die gesellschaftliche und rechtliche Benachteiligung des Mannes im Falle einer Trennung verstärkt: Es gibt immer noch zu wenig Anerkennung für die Doppelbelastungen von Männern als Berufstätige und gute Väter. Im Falle einer Trennung wird im Zweifelsfall fast immer zugunsten der Mutter entschieden, die Väter scheinen verzichtbar – egal wieviel sie sich vorher in die Erziehung der Kinder miteingebracht haben. Hier kriegen wir aber auch viel Gegenwind, häufig von persönlich Betroffenen, aber auch von anderen, da das erstmal konservativ klingen mag. Und unausgesprochen gilt irgendwie immer noch: Wenn es der Mutter gut geht, geht es den Kindern gut – aber dass wir Väter auch gut mit Kindern können, dass Kinder auch ihre Väter brauchen, ist bei zu wenigen “auf dem Schirm”.

Konntet ihr die Herausforderung meistern?

Hoffentlich in Zukunft, daran arbeiten wir auch gemeinsam mit Mütterorganisationen – wir wollen ein Miteinander von Mutter und Vater erreichen. Ansonsten versuchen wir kleine Fortschritte zu machen, in dem wir Väter und Mütter beraten, bei außergerichtlichen Einigungen mit beiden Elternteilen vermitteln, helfen, alle Beteiligten (etwa auch die Großeltern) in den Entscheidungsprozess zu involvieren, oder auch, indem wir Lobbyarbeit machen oder moderierte Beratungsgruppen anbieten.

Worauf seid ihr besonders stolz?

Wenn wir es schaffen, Kindern auch nach einer Trennung einen möglichst unbeschwerten Kontakt zu beiden Eltern zu ermöglichen.. Aber auch, dass durch unsere Arbeit unsere Themen als gesellschaftliches Problem auf Bundesebene wahrgenommen werden und nun eine Diskussion über die Änderung des Familienrechts entstanden ist. Denn häufig zahlen Väter nach einer Trennung ungerecht viel: Sie müssen eine ausreichend große Wohnung haben, damit die Kinder auch zur Hälfte bei ihnen wohnen können, zahlen Lebensmittel und mehr – aber müssen zudem trotzdem für einen Großteil des Unterhalt aufkommen, ohne dass ihre Erziehungsleistung oder ihre Bedeutung für ihr Kind auch anerkannt wird. Außerdem kommt nach und nach in der gesellschaftlichen Debatte an, dass nach einer Trennung beide Elternteile den Kindern als echte Elternteile, nicht als Besuchspapas, erhalten bleiben sollen.

Wo braucht ihr als Verein noch Unterstützung?

Wir suchen weitere Kooperationspartner, z.B. Sportvereine, um z.B. eintägige Fussballworkshops für Elternteile mit ihren Kindern zu geben. Aber auch Kontakte zu Alleinerziehenden oder zu guten Veranstaltungslocations sind wichtig für unsere Arbeit.
Außerdem freuen wir uns über aktive Mitwirkung im Verein, sowohl im Rahmen von Veranstaltungen als auch von weiteren Aktionen. Wir freuen uns über jeden, der Ideen hat und helfen kann, dass nach einer Trennung Eltern weiter gut als Eltern für ihre Kinder da sein können. Wir hätten viel zu tun, sind aber als ehrenamtlich organisierter Verein in unseren Möglichkeiten leider eingeschränkt.

Was könnt ihr im Tausch anbieten?

Hilfe, Beratung und Unterstützung in schwierigen Trennungssituationen und ein tolles und offenes Team-Gefühl bei gemeinsamen Veranstaltungen. Und außerdem das gute Gefühl, Kindern getrennter Eltern das Leben ein klein wenig leichter gemacht zu haben.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Mehr Informationen zum Verein findet ihr unter: https://berlin.vafk.de/

 

 

NEZwerk:Austausch zu Fördertöpfen rund um die Integration

17.07.2019, 18-20 Uhr

Gemeinsam sind wir stärker – deshalb laden wir  zu einem entspannten Erfahrungsaustausch zu Fördertöpfen rund um das Thema Integration ein. Dieses NEZwerk findet in Kooperation mit Dagmar Albrecht vom House of Resources statt.

Ehrenamtlich Tätige, Interessierte aus Organisationen und Initiativen, im Bereich Flüchtlingshilfe, Migration, Integration und alle anderen, die sich angesprochen fühlen, sind herzlich eingeladen. Je nach Wetter werden wir uns im Hinterhof-Garten oder im Gruppenraum von Mitreden in Neukölln (beides gleiche Adresse) treffen.

facebook event

in der Glasower Straße 67, 12051 Berlin

 

Copyright Foto: Perry Grone, Unsplah

 

NEZwerk am 08.05.2019: Aktiv werden gegen die Raumnot


NEZwerk am 08.05.2019, 17.45-20 Uhr
 im Beteiligungsbüro Mitreden in Neukölln
Glasower Straße 67
12051 Berlin

Im vergangenen NEZwerk mit Neukölln VEREINt sprachen wir darüber, was genau die Raumnot für Neuköllner Vereine bedeutet. In diesem NEZWerk wollen wir gemeinsam Verbündete für gleiche Projekte zum aktiv werden gegen die Raumnot suchen, z.B. für gemeinsames mieten, bauen, vereinfachen von Nutzung vorhandener Räumlichkeiten und mehr. Wie auch beim letzten Mal wird es nach einem entspannten Ankommen bei Getränken und Snacks gegen 18/18.15 Uhr eine kurze Vorstellungsrunde geben und im Anschluss werden wir – je nach Anzahl der Anwesenden – z.B. ein Speeddating oder ähnliches machen.

Datenschutz in Vereinen

Am 26.02.2019 ging die Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der VHS mit dem Workshop „Datenschutz in Vereinen“ in die zweite Runde. Jurist und Datenschutzexperte Patrick Knittel führte die Teilnehmenden im Rathaus Neukölln durch einen Abend voller Fragen rund um Datenschutz im Verein, vor allem in Bezug auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Er betonte, dass sich bei Datenerhebung immer die Frage gestellt werden müsse, für welchen Zweck die Daten erhoben würden. Bei der Entscheidung, ob und wie Daten erhoben werden, geht es also immer um eine Interessensabwägung zwischen dem Persönlichkeitsrecht und dem Zweck der Datenerhebung.

Die 20 Teilnehmenden aus ganz unterschiedlichen Vereinen in Neukölln hatten viele Fragen mitgebracht, die Herr Knittel gerne beantwortete. Mit vielen Informationen und praxisrelevanten Materialien ausgestattet, können die Teilnehmenden ihr neues Wissen nun an ihre Vereine weitertragen.

 

Copyright Foto: Markus Spiske, Unsplah

 

Vereinslandschaft und Engagement-Strukturen heute

Am 20.02.2019 startete die Qualifizierungsreihe in Kooperation mit der VHS Neukölln mit dem Fachinput „Vereinslandschaft und Engagement-Strukturen heute“ im Neuköllner EngagementZentrum (NEZ). Ehemalige Staatssekretärin und Beauftragte für Bürgerschaftliches Engagement Monika Helbig erzählte bei ihrem Vortrag, was Ehrenamt bedeutet und wie es sich in den letzten zwei Jahrzehnten verändert hat. Auch vereinsspezifische Fragen wurden aufgegriffen.

Monika Helbig zitierte hauptsächlich aus den Freiwilligensurveys, die 1999, 2004, 2009 und 2014 durchgeführt wurden. Sie sind repräsentative Befragungen zum Engagement von Bürger*innen und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Die wichtigsten Entwicklungen, die sich hier abzeichnen sind:

  • Das Engagement der Personengruppe 14 bis 19 Jahre ist stark gestiegen
  • Engagement hängt auch mit Bildungsgrad und Geschlecht zusammen
  • Engagement ist am größten in den Bereichen Sport, Soziales, Kultur und Religion
  • Engagierte verwenden heute weniger Zeit auf ihre freiwillige Tätigkeit als vor 15 Jahren; am häufigsten engagiert man sich bis zu 2 Stunden die Woche

Im Anschluss gab es einen regen Austausch mit den Teilnehmenden. Wir blicken mit Spannung auf die Ergebnisse der Freiwilligensurvey 2019, die in diesem Jahr durchgeführt wird.Die Ergebnisse der letzten Freiwilligensurvey (2014) finden Sie hier.

Copyright Foto: Neukölln VEREINt

Vernetzungsabend 24.01.2019

Am 24.01.2019 machten ca. 60 Personen gemeinsam mit dem Team von Neukölln VEREINt den Auftakt zu dem Projekt Neukölln VEREINt. Es wurde intensiv gearbeitet, aber auch bei Gesprächen vernetzt und bei Musik und Häppchen entspannt. In Kleingruppen ging es rund um Bedarfe, Fähigkeiten und Lösungsideen der Menschen aus Neuköllner Vereinen & Vereinen in Gründung. An Infotischen des NEZ, Neukölln VEREINt und dem Tisch 1. Hilfe Projektabrechnung konnten hilfreiche Informationen und Kontakte geknüpft werden.

Ergebnis des Abends: Es gibt vor allem Bedarfe in den Bereichen

  • Räume für Engagement
  • Bürokratische Hürden
  • Finanzierung

Aber es gibt auch Lösungsansätze (z.B.: WBS für Vereine) und Fähigkeiten (z.B.: Erfahrung in Öffentlichkeitsarbeit), die die Neuköllner Vereine und Vereine in Gründung für diese Herausforderungen mitbringen. Wir freuen uns, gemeinsam mit allen Interessierten weiterzuarbeiten, damit Neuköllner Vereine sich auf das Erreichen ihrer Ziele konzentrieren können.

Die Dokumentation der Tagung findet ihr hier

Die Fotos findet ihr hier – bei Nutzung bitte Jörg Farys als Fotografen angeben

Copyright Foto: Jörg Farys